09.03.- 13.03.2020 Preventing Early school leaving (Barcelona )

Alexandra van der Eijk – Schulsozialpädagogin an der Geschwister-Scholl Gesamtschule – nahm im März 2020 an einem Workkshop zum Thema „Preventing Early school leaving“ in Barcelona in Spanien teil.

Sie berichtet:

Vom 09.03 -13.03.2020 nahm ich an der Fortbildung “Preventing early school leaving” bei dem Fortbildungsanbieter ITL in Barcelona teil.

Als Schulsozialpädagogin mit dem Arbeitsschwerpunkt der Beratung in den Klassen 8-10 gehört es zu meiner alltäglichen Arbeit, mich mit den verschiedenen Auswirkungen der Schulverweigerung auseinanderzusetzen. Aus diesem Grund fiel meine Wahl auf dieses Seminar, um theoretische Hintergründe und Handlungsmöglichkeiten anderer Länder und Schulen kennenzulernen.

Die Teilnehmergruppe des 5-tägigen Seminar setzte sich aus vier Lehrerinnen aus Rumänien, einer Schulpsychologin aus Slowenien und mir zusammen . Leider reiste die Gruppe aus der Türkei aufgrund der beginnenden Coronakrise nicht an. Geleitet wurde das Seminar von Kyrill…

Die Arbeitsmethoden waren Vorträge des Seminarleiters, Gruppendiskussionen, Gruppenübungen und Erfahrungsaustausch.

Inhalte des Seminars

  • Merkmale und Ursachen von Schulabbrüchen
  • Beispiele guter Konzepte zur Bewältigung von Schulverweigerung im europäischen Vergleich
  • Der Einfluss von Lehrerverhalten auf Schülermotivation/ Schulverweigerung
  • Schulverweigerung und Migration/ Tactical games
  • Methodensammlung zur Schülermotivation
  • Erfahrungsberichte aus den Schulen der Teilnehmerinnen

Neben den theoretischen Grundlagen des Seminarleiters bot das Seminar viel Raum für den kollegialen Austausch untereinander zum Thema Schulmüdigkeit/Schulverweigerung.

Alle beteiligten Kolleginnen machten ähnliche Erfahrungen bzgl. Schulabsentismus und dessen Ursachen:

  • ca. 20 % aller europäischen Schüler/innen erlangen keinen Schulabschluss (USA ca. 30%)
  • Die Ursachen sind meist gesellschaftlicher Art: Armut, soziale Benachteiligung, Kriminalität, Arbeitslosigkeit, etc.
  • Der schulrechtliche Rahmen und der damit verbundene Umgang mit dem Problem sind auf europäischer Ebene sehr unterschiedlich.

Exemplarisch stellte ich das Modell der Stadt Duisburg „Handlungsleitfaden bei Schulabsentismus“, nach dessen Grundzügen wir an unserer Schule arbeiten, vor:  https://www.duisburg.de/microsites/bildungsregion_duisburg/bildung_soll_gelingen/index.php.media/66610/AKTUELLER_Guide_Stadt_Duisburg_04_2018_rz.pdf)

Ergänzt wurde mein Vortrag mit den individuellen pädagogischen Maßnahmen, die an unserer Schule getroffen werden.

Sowohl die Seminarleitung, als auch die Teilnehmerinnen waren beeindruckt von der konkreten Umgangsweise mit dem Thema hinsichtlich der Rahmenbedingungen durch das Schulgesetz, als auch Handlungsschritte pädagogischer Art. Weder in Rumänien noch in Slowenien gibt es ein solch ausgearbeitetes Konzept, bei dem Schulrecht und pädagogische Maßnahmen gleichermaßen berücksichtigt werden und ineinandergreifen.

Mein Fazit zu meiner Teilnahme ist positiv. Profitiert habe ich besonders von dem offenen Erfahrungsaustausch untereinander. Das positive Feedback der europäischen Kolleginnen und des Seminarleiters bestätigten mich darin, dass wir in Deutschland und besonders an unserer Schule sehr fortschrittlich in Bezug auf die Bekämpfung von Schulabsentismus arbeiten. Dazu gehört vor allem die Erkenntnis, dass es ein ernstzunehmendes Problem ist, an dem alle am Erziehungsprozess beteiligten Personen Hand in Hand zusammen arbeiten sollten. Gesetzliche Vorgaben bieten hierzu viele konkrete Handlungsmöglichkeiten. Dies ist in unseren europäischen Nachbarländern bei weitem nicht so stark entwickelt.

Ich bin sehr motiviert, die bereits bestehende Arbeit als Sozialpädagogin an meiner Schule mit schulmüden und schulverweigernden Jugendlichen genauso weiterzuführen und weiter zu entwickeln.

Von Seiten der Seminarleitung hätte ich mir neben theoretischen Erkenntnissen zum Thema mehr konkrete Handlungsmöglichkeiten und Konzepte gewünscht.

Ein weiterer Ausblick, der sich meine Seminarteilnahme ergeben hat, ist eine mögliche Hospitation bei einer Teilnehmerin des Seminars, die als Schulpsychologin in Slowenien arbeitet.